Über uns


Eine Burschenschaft stellt sich vor

(Auszug aus einem Beitrag des langjährigen Philisterseniors Helmut Becker-Wildenroth vulgo Zeus aus Greven im Jahre 1996)

"Rote Erde, heil Dir, schöne,
Du Alanen Heimatland.
Weißes Roß auf freier Hufe,
blanker Pflug in harter Hand!
Heil Euch, schwarze Diamanten
aus dem Brudergau der Ruhr!
Schütz Euch Gott und deutsche Treue,
mein Gebet und auch mein Schwur!"

So singen die Alanen ihre Farbenstrophe mit Begeisterung, wenn sie in froher Runde beisammen sind. Für die meisten Kartell- und Bundesbrüder "hausen" die Alanen im hohen Norden, fernab vom Herzen des Ringes am Rhein.

Am 14. Dezember 1920 trat der "Studentische Landwirtschaftliche Verein Agraria" zu seiner Gründung zusammen. Treibende Kraft war der 2. Vorsitzende Wilhelm Lahrkamp vulgo Söffken, ein 19 Jahre alter Bauernsohn aus Gievenbeck bei Münster. Der Verein blühte auf, wechselte seinen Namen in "Deutsche akademische Verbindung Agraria", und prägte den Wahlspruch

"Scholle, Sitte, Vaterland",

dem bis heute alle Alanen verschworen sind und der unsere Traditionsfahne schmückt. Nachdem alle Bemühungen gescheitert waren, an der Universität Münster - wie im rheinischen Bonn - für die Provinz Westfalen eine landwirtschaftliche Fakultät einzurichten, öffnete sich Agraria im Wintersemester 1926/27 den Studenten aller Fakultäten und nahm den Namen "Katholische Deutsche Burschenschaft Alania" an. Auf dem Ringtag 1926 in Aachen wurde Alania als 7. Burschenschaft Mitglied des jungen RKDB. Alania durchlebte die Jahre der Weltwirtschaftskrise vor 1933 wie alle studentischen Korporationen an den deutschen Universitäten. Im "Goldenen Buch", dem prächtigen Mitgliederverzeichnis der Alania, ist am 13.06.1932 der letzte Fuchs vor der Auflösung als 126. Mitglied verzeichnet. Alania und alle anderen Korporationen wurden von den neuen Machthabern in Deutschland aufgelöst, die überwiegende Zahl der Bundesbrüder verband aber über die schreckliche Zeit hinweg die unauflösliche amicitia, die sie mit ihrem Burscheneid beschworen hatten. 28 Jahre nach der Gründung und drei Jahre nach Beendigung des Krieges begann Alania aufs Neue. Die Wiederbegründung Alaniae ist eine gemeinschaftliche Leistung von AH der Alania und der zahlreichen Ringangehörigen, die in Münster und seiner Umgebung wohnten. Unter Dr. Hugo Pottebaum vulgo Scheich als Philistersenior, dem Senior Helmut Becker vulgo Zeus, Sohn des Fritz Becker aus Erkrath bei Düsseldorf, AH der KDB Hohenstaufen zu Köln, und einer stattlichen Aktivitas wurde Alania auf der Wiederbegründungskneipe im Sommersemester 1949 im Neubrückenhof zu Münster publiziert, Comment und Satzung wurden überarbeitet und der Wahlspruch

"Scholle, Sitte, Freiheit, Vaterland"

gewählt. Die Prinzipien der Alania:

"amicitia, virtus, libertas"

beherrschten das Korporationsleben in solchem Maße, dass der Convent in wenigen Jahren über 150 Mitglieder aufnehmen konnte. Die Stadt Münster, das herrliche Rathaus, der große Dom und die Institute der Universität wurden in diesen Jahren beispielhaft wiederaufgebaut. Die Alanen sangen mit Begeisterung das Lied:

"Liebe Stadt im Lindenkranze, roter Erde schönste Zier..." und die nach dem Kriege entstandene "Trümmerstrophe":

"Liebe Stadt ein Trümmerhaufen,
alle Häuser sind zerstört,
keine Kneipe mehr zum Saufen,
wo man abends hingehört:
Doch solang' der Pinkus Müller
und der Bullenkopp noch steht
wirst du trotz der Fliegerbomben
Jeden Abend neu ersteh'n."

Das Korporationsleben entfaltete sich in vielfältigen Formen: wöchentliche Convente, Kneipen, Commerse, Gottesdienste, Festbälle und Exbummel.

Zweimal hat Alania im RKDB den Vorort gestellt: 1950/51 (Vorortspräsident: Bb Helmut Becker-Wildenroth vulgo Zeus), viele Jahre später 1965/66 (Vorortspräsident: Bb Robert Koch vulgo Pfifi). Im Jahre 1966 fand erstmals ein Ringtag in Münster statt.

Die dunklen Wolken des Jahres 1968 zogen schon deutlich einige Jahre vorher am akademischen Horizont der alma mater monasteriensis auf. Die Studentenschaft hatte eine andere soziologische Zusammensetzung bekommen. Der studentische Nachwuchs blieb wie bei den meisten Verbindungen auch bei Alania aus. Alle Bemühungen seitens der AHS Alaniae waren ohne Erfolg. Im Semesterprogramm 1969 hatte der Senior am 11.07. einen "Leisen Abtrunk" angesetzt. Dieser Abtrunk war für 15 Jahre ein trauriges Symbol für die Abwesenheit der Aktivitas Alaniae. In der Folgezeit gelang es, den Stamm der "aktiven Alten Herren" über Jahre konstant zusammenzuhalten. Jedes Jahr wurde das Stiftungsfest im großen Rahmen gefeiert. Außerdem trafen und treffen sich noch immer die Alanen zum monatlichen Ringstammtisch "MONASTERIA" in Münster. Im Sommersemester 1984 erfolgte die Rekonstituierung der Alania. Auf dem Festkommers am 06.04.1984 konnte sich die Aktivitas Alaniae mit vier neuen Füchsen den in großer Zahl erschienenen Vertretern des RKDB und der münsterschen Korporationen voll Stolz publizieren. Leider musste die Aktivitas Alaniae im Jahre 1994 erneut suspendiert werden. Dennoch war Alania immer wieder in der Öffentlichkeit präsent, z. B. durch ihre regelmäßige Teilnahme an den Wartburggesprächen des RKDB, durch die Mitarbeit im Arbeitskreis katholischer Verbände (AKV) im Bistum Münster und durch die verantwortliche Durchführung des Forums der Verbände in Münster, zuletzt im Jahre 2009, bei der sie durch zahlreiche Bundesbrüder vertreten war. Am 27.11.2010 feierte Alania einen großartigen Festkommers aus Anlass ihres 90. Stiftungsfestes. Aber auch diesmal ging die Zeit der Suspendierung vorüber; denn Anfang September 2011 wurde beschlossen, die Aktivitas Alaniae zum WS 2011/12 zu reaktivieren. Die Reaktivierungskneipe fand statt am 15.10.2011. Es ist zu hoffen, dass dieser erfreulichen Entwicklung ein dauerhafter Erfolg beschieden ist.


Vivat, crescat, floreat Alania ad multos annos !



>